Octo Finissimo Ultra bricht Weltrekord

Octo Finissimo Ultra: Weltrekord

Ein Gehäuse, das kaum Höhe zulässt, und ein Uhrwerk, das dennoch vollwertig arbeitet: Octo Finissimo Ultra steht für eine radikale Idee der Feinuhrmacherei. Hier wird nicht einfach nur „dünn“ gebaut, sondern jede Komponente so gedacht, dass sie sich in ein extrem flaches Konzept einfügt.

Der Weltrekord ist dabei mehr als eine Zahl auf dem Papier. Er markiert eine technische Grenze, an der Materialwahl, Konstruktion und Fertigungstoleranzen über Erfolg oder Scheitern entscheiden. Gerade bei einer Uhr dieser Bauhöhe werden kleinste Abweichungen sofort spürbar.

Dieses Modell zeigt, wie konsequent Bulgari die Octo-Linie weiterführt: kantige Architektur, klare Flächen, moderne Ausstrahlung. Gleichzeitig entsteht ein Stück, das Diskussionen auslöst – über Mechanik am Limit, über Design als Funktion und über die Frage, wie weit sich eine mechanische Armbanduhr noch verdichten lässt.

Wie der Weltrekord in Bauhöhe gemessen und offiziell bestätigt wird

Für einen Rekord in Bauhöhe zählt nicht die subjektive Wirkung am Handgelenk, sondern ein klar definierter Messwert: die maximale Dicke des kompletten, funktionsfähigen Zeitmessers. Gemessen wird senkrecht zur Auflagefläche vom tiefsten Punkt der Gehäuserückseite bis zum höchsten Punkt auf der Vorderseite, oft der Saphirglas-Wölbung oder einem Bauteil der Zeigerwerke. Entscheidend ist, dass keine Teile entfernt, eingedrückt oder „für das Foto“ anders montiert werden.

Messaufbau und Verfahren

Die Prüfung erfolgt typischerweise unter kontrollierten Bedingungen: Temperaturstabilität, saubere Auflage, dokumentierte Seriennummern und ein Exemplar, das im Serienzustand läuft. Als Werkzeuge dienen kalibrierte Messmittel wie Präzisionsmessuhren, taktile Höhenmessgeräte oder Koordinatenmessmaschinen; die Kalibrierscheine der Geräte werden mitgeführt. Mehrere Messpunkte rund um das Gehäuse verhindern, dass ein lokaler Höcker oder eine minimale Schräglage den Wert verfälscht; aus diesen Punkten wird der größte ermittelte Abstand als Referenz genommen. Zusätzlich wird festgehalten, ob Krone, Drücker oder ein Gehäuseboden überstehen und ob sie zur Bauhöhe zählen (bei vielen Richtlinien zählt jede fest montierte Komponente).

Offizielle Bestätigung

Eine formelle Anerkennung erfordert belastbare Dokumente: Messprotokoll, Fotos der Messsituation, Angaben zum Messmittel samt Rückführbarkeit, Unterschriften unabhängiger Sachverständiger sowie die eindeutige Identifikation der Uhr. Häufig wird die Messung durch ein anerkanntes Prüflabor oder einen neutralen Experten begleitet, damit Interessenkonflikte ausgeschlossen sind. Je nach Rekordrahmen kann zusätzlich ein Regelwerk vorgeben, ob Serienfertigung, Verkaufsversion und Funktionsnachweis (laufendes Werk, Zeigerstellung, Aufzug) nachzuweisen sind.

Nach der Erfassung wird das Ergebnis in einem Dossier gebündelt und an die zuständige Rekordstelle übergeben; diese prüft die Einhaltung der Kriterien, fordert bei Bedarf Nachmessungen an und veröffentlicht erst danach den bestätigten Wert. Bei extremen Bauhöhen spielt auch die Definition der Referenzflächen eine Rolle: Gehäuseboden und höchster Glas- oder Zeigerpunkt müssen eindeutig bestimmt sein, damit der Rekord reproduzierbar bleibt.

Konstruktionslösungen der Octo Finissimo Ultra: Gehäuseboden als Grundplatine, Werkarchitektur und Materialwahl

Bei der Octo Finissimo Ultra wird der Gehäuseboden zur tragenden Hauptplatine: Er ersetzt die übliche Werkplatine und nimmt Lagersteine, Zapfen und Fixpunkte direkt auf. Dadurch entfallen zusätzliche Bauteilhöhen, und das Räderwerk kann flacher sowie näher an der Außenkontur positioniert werden.

Diese Architektur verlangt höchste Präzision, weil Gehäuse und Werk nicht mehr als getrennte Baugruppen tolerieren dürfen. Bohrungen, Senkungen und Auflageflächen im Boden definieren die Ebenen für Federhaus, Minutenrad, Kleinbodenrad und Hemmung; jede Abweichung wirkt sich sofort auf den Eingriff der Zähne und die Amplitudenstabilität aus. Auch Servicezugang und Montagefolge werden neu gedacht: Komponenten werden von oben eingesetzt und über Brücken gesichert, die gezielt nur dort Material aufbauen, wo Steifigkeit benötigt wird.

Die Werkarchitektur folgt einem „offenen“ Layout, bei dem die Kraftlinie vom Federhaus zur Hemmung möglichst geradlinig geführt ist. Kurze Wellen, flache Triebe und eine strenge Kontrolle der Endspiele reduzieren Reibung, ohne zusätzliche Bauhöhe zu erzeugen.

Materialwahl wird zum konstruktiven Werkzeug. Ein sehr steifer, zugleich leichter Werkstoff für den Gehäuseboden begrenzt Verwindung, während Kontaktflächen für Lager und Brücken so ausgelegt sind, dass sich Temperatur- und Spannungsänderungen nicht in Gangabweichungen übersetzen. Für hochbelastete Stellen kommen verschleißarme Lösungen wie Lagersteine und gehärtete Kontaktpunkte zum Einsatz, damit trotz minimaler Dimensionen die Langzeitstabilität der Lagerung erhalten bleibt.

So entsteht ein System, bei dem jede Materialstärke eine Funktion erfüllt: der Boden als Struktur, schlanke Brücken als Klemmpunkte, und eine Mechanik, die sich wie ein flaches Baukastensystem direkt in das Gehäuse einfügt.

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